Ist nach Deinem Verständnis die Shinjin Erfahrung auf Shinrans Weg beschränkt?

Ich frage ich mich, ob nach Deinem Verständnis die Erfahrung von  ‚Shinjin‘ auf Shinrans Weg beschränkt ist, oder ob auch wir ‚anderen‘ Buddhisten diese Erfahrung bei unserer Vipassana-, Chan/Zen-,  Mahamudra-, etc.-Praxis erleben können. Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, können wir dann ‚Shinjin’=Stromeintritt=Satori schreiben?

Shinjin gilt bei Shinran als Erfahrung, die sich gerade dann auftut (zumindest als Möglichkeit), wenn man alle auf Eigen-Kraft basierenden Übungen aufgibt. Insofern müsste man wohl konsequenterweise sagen, daß diese Erfahrung sich nicht einstellt (genauer: sich nicht einstellen kann), wenn man Übungen des ‚Pfads der Weisen‘ verfolgt. Dies deshalb, weil es nach Shinran schlicht unmöglich ist, daß ‚Ich‘ als treibende Kraft – im Sinne einer ständigen Durchdringung mit egoistischen Einflüssen, egal wie subtil auch immer – abzuschalten, oder zu umgehen. Der Unterschied zwischen den Wegen zeigt sich ja für Shinran genau in diesem Punkt und solange man meint, durch diverse Übungen die Erleuchtung verwirklichen zu können, ist dieser Wunsch gleichzeitig der Balken, der diese Türe blockiert, um es einmal bildhaft zu formulieren. (mehr …)

Advertisements

Amida, kommend in der Stunde des Todes (rinju raiko)

Im traditionellen Reine Land Buddhismus geht es vor allem darum, sich in einer permanenten Vergegenwärtigung Amidas seiner Erlösungskraft zu versichern. Übungen, wie die Rezitation des Nembutsu viele tausend mal am Tag, oder auch Visualisierungen des Reinen Landes, oder Amida Buddhas, sollen diese Präsenz Amidas und damit die Wirklichkeit seiner erlösenden Kraft für den Praktizierenden erlebbar machen.

In der Jodo Shu entwickelten sich im Zuge dieser Ideen besonders ausgefeilte Sterbebett-Riten (rinju-gyogi), die unter anderem vorsahen, das der Sterbende eine Kordel in seinen Händen hielt, die mit einer bildhaften Darstellung Amidas und der ihn begleitenden Bodhisattvas verbunden war. Der Hintergrund war die Betonung der traditionellen Reine Land Lehre, die den Moment des Todes als entscheidend ansah, ob ein Mensch letztlich die Erlösung durch Amida erfuhr, oder nicht. All die Übungen im Leben des Praktizierenden waren im Grunde auf diesen letzten Moment hin ausgerichtet und sollten sicherstellen, das er in diesem entscheidenden Augenblick diesen Fokus nicht aus den Augen verlor und Amida Buddha ihm tatsächlich gemäß seinen Gelübden im Sterben erscheint und ins Reine Land geleitet . (mehr …)

Published in: on 10. März 2009 at 15:57  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , ,