Kann man als Shin Buddhist eine feste Zeit für das Nembutsu einrichten?

Ich habe kürzlich etwas über Honen Shonin gelesen, wo es hieß:

„Auch wenn wir nicht die Zeiten direkt festlegen, um das Nembutsu als unsere tägliche Aufgabe zu rezitieren, ist es nicht von Vorteil, es so oft wie möglich zu tun?“ – „Es ist besser, die Zeiten festzulegen, damit man nicht der Bequemlichkeit nachgibt.“

Nun weiß ich, daß Shinran absolute Ander-Kraft gelehrt hat, aber wäre es denn in Ordnung, wenn ich bestimmte Zeiten festlege, um das Nembutsu zu chanten?

Sicher wäre das in Ordnung. Die meisten Shin Buddhisten machen es so, daß sie einer bestimmten Routine im ‚Shin Service‘ folgen, entweder morgens oder abends, oft sogar sowohl als auch. Dabei orientiert sich das Prozedere an den Zeiten, die in den Tempeln eingehalten werden und man rezitiert ebenfalls die Briefe Rennyos, die Hymnen Shinrans usw..

Anfangs habe ich das ebenfalls so gemacht, bis ich gemerkt habe, daß wenn ich mal nicht die Zeit hatte, es durchzuführen, oder einfach nicht ‚in Stimmung‘ war, ich dazu tendierte  zu denken ‚Ich sollte morgen damit wieder anfangen…‘ oder irgendwas in dieser Richtung. Und das wiederum erschien mir irgendwann nicht ‚richtig‘, denn ein Teil von mir brachte diesen festen Shin Service und die dadurch aufkommende Routine in der Praxis mit meinem Vertrauen auf das Urgelübde zusammen, ja betrachtete es wohl als notwendigen Zusatz. Es ist eine recht dünne Trennlinie zwischen einfach bequem sein und eine solche reguläre Praxis bewußt nicht zu machen, weil man realisiert, daß das Ego sie wieder als sine qua non ansehen könnte und als Werkzeug benutzt, so daß man seine spirituelle Praxis davon freihalten möchte. (mehr …)

Published in: on 29. März 2010 at 13:06  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , ,

Kikyomon – Shinshu Zufluchtnahme

Es wird immer wieder gefragt, wie man eigentlich ‚Buddhist wird‘ und die Antwort verblüfft die meisten dann in ihrer Einfachheit. Buddhist wird man schlicht und einfach dadurch, das man seine Zuflucht zu den Drei Juwelen nimmt.

Diese Zufluchtnahme wird im täglichen Gedenken am Obutsudan bekräftigt und erneuert, was im Shin Buddhismus die  spezifische Form des Kikyomon angenommen hat. Neben der eigentlichen Zufluchtnahme zu den drei Juwelen, ist es eine Vergegenwärtigung der Schwierigkeit der Erlangung der menschlichen Geburt, die im Buddhismus als die einzige Form der Wiedergeburt gilt, in der man die größten Chancen hat, die erlösende Erkenntnis über die Ursprünge des Leidens und des samsarischen Kreislaufes zu erfahren. (mehr …)