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Im Mahayana Buddhismus hat sich die Vorstellung herausgebildet, daß der Dharma – wie alles andere in dieser Welt – natürlich ebenfalls dem Wandel und letztlich dem Verfall unterliegt. Anders gesagt, die Tatsache, daß im Buddha Dharma die ‚Wahrheit‘ enthalten ist, kann nicht verhindern, daß die Verkündigung dieser Wahrheit, die sich ja der Worte und der Menschen bedienen muss, um wirksam zu werden, eben gerade wegen dieser Vermittlung dem Wandel unterwirft. In diesem Sinne geht man davon aus, daß von der ersten Drehung des Dharmarades an, also ab der Zeit, in der der historische Buddha seine Lehre verkündete, ein steter Verfall seiner in dieser Welt manifestierten Lehre eintrat, was die Möglichkeit verringert, durch diese Befreiung zu erlangen. Traditionell geht man von einem dreigestaffelten Modell aus:

1. Die Zeit des Wahren Dharma (die Lehre erläutert die Praxis, die zur Erleuchtung führt und die Menschen setzen sie um)

2. Die Zeit des äußerlichen Dharma (die Praxis wird nur noch äußerlich als Routine betrieben, führt deswegen nicht mehr zur Erleuchtung)

3. Die Zeit des Niedergehenden Dharma (selbst die Praxis wird nicht mehr befolgt, Erleuchtung ist nicht mehr möglich)

Je nach Tradition dauern diese Perioden unterschiedlich lange (die ersten beiden zwischen 500 und 1000 Jahre, die letztere 10,000 Jahre), allen Vorstellungen gemeinsam ist die Ansicht, daß wir heute in der letzten Phase des Dharma leben und wenn diese zu Ende geht, selbst die Lehre des Buddha verschwindet, wie alles andere in der Welt des Samsara. (mehr …)

Published in: on 26. März 2010 at 13:01  Schreibe einen Kommentar  
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Amida, kommend in der Stunde des Todes (rinju raiko)

Im traditionellen Reine Land Buddhismus geht es vor allem darum, sich in einer permanenten Vergegenwärtigung Amidas seiner Erlösungskraft zu versichern. Übungen, wie die Rezitation des Nembutsu viele tausend mal am Tag, oder auch Visualisierungen des Reinen Landes, oder Amida Buddhas, sollen diese Präsenz Amidas und damit die Wirklichkeit seiner erlösenden Kraft für den Praktizierenden erlebbar machen.

In der Jodo Shu entwickelten sich im Zuge dieser Ideen besonders ausgefeilte Sterbebett-Riten (rinju-gyogi), die unter anderem vorsahen, das der Sterbende eine Kordel in seinen Händen hielt, die mit einer bildhaften Darstellung Amidas und der ihn begleitenden Bodhisattvas verbunden war. Der Hintergrund war die Betonung der traditionellen Reine Land Lehre, die den Moment des Todes als entscheidend ansah, ob ein Mensch letztlich die Erlösung durch Amida erfuhr, oder nicht. All die Übungen im Leben des Praktizierenden waren im Grunde auf diesen letzten Moment hin ausgerichtet und sollten sicherstellen, das er in diesem entscheidenden Augenblick diesen Fokus nicht aus den Augen verlor und Amida Buddha ihm tatsächlich gemäß seinen Gelübden im Sterben erscheint und ins Reine Land geleitet . (mehr …)

Published in: on 10. März 2009 at 15:57  Schreibe einen Kommentar  
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