Leser fragen

An dieser Stelle möchte ich die Möglichkeit bieten, Fragen die man zum Themenbereich Jodo Shinshu/Shin Buddhismus, oder Buddhismus allgemein hat, zu stellen. Dies ersetzt nicht die Kommentarfunktion in diesem Blog, sondern soll einen zusätzlichen Rahmen schaffen, in dem man Fragen stellen kann, die sich nicht direkt auf einen Kommentar beziehen. Ich werde die Fragen, die hier gestellt werden, beantworten und dann in die Rubrik Fragen & Antworten aufnehmen.


Veröffentlicht on 30. März 2010 at 13:57  Comments (12)  

12 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Namaste!
    Ich wüsste gern, woher das „Namandabu“ kommt, bzw. wie es zu dieser, eigentlich doch falschen Abkürzung gekommen ist.

    Das aus „Namu-Amida-Butsu“ kurz „N’Amida-Bu“ wird, macht irgendwo noch Sinn, aber „Namandabu“?

    Schonmal danke für die Antwort!

    Benkei

    >>>> Antwort

  2. Namaste!

    Wo liegen aus Deiner Sicht die wesentlichen Unterschiede zwischen Ippen Shonin’s Ansätzen (Ji Shû) und Shinran Shonin’s Sichtweise?

    >>>> Antwort

    Wo siehst Du die wesentlichen Unterschiede zwischen Shinran Shonin und Ryonin (Yuzu Nembutsu Shû)? Hatte letztgenannter Einfluss auf Honen Shonin [und dadurch, oder gar direkt] auf Shinran Shonin? Wenn ja, wieso wird er dann nicht zu den Patriarchen gezählt?

    Diesmal etwas traditionsspezifischere Fragen; vielleicht hast Du Dich ja mal mit der Ji Shû und der Yuzu Nembutsu Shû befasst.

    Benkei

    >>>> Antwort

  3. Hallo,

    welche Rolle spielen die vielen Bodhisattvas im Shin-Buddhismus, z.B. Avalokiteshvara? Ich weiß, dass „monotheistisch“ nicht das angebrachte Wort ist, aber schließt die wichtige Stelle des Amida andere Figuren wie Kannon oder Manjusri Bodhisattva aus? In anderen Traditionen ist Vairocana ein Bild der Dharmakaya, aber ist es „frevel“ für Shin Buddhisten, Bilde oder Statuen von anderen Buddhas und Bodhisattvas zu haben oder Mantras zu benutzen, die sich an den Bodhisattvas orientieren, wie „Namo Kuan Shi Yin Pusa“?

    Ich danke Ihnen für dieses Informationsreiche Blog.

    >>>> Antwort

  4. Hallo,

    in dem „Larger Sutra“ steht das 35. Gelöbnis: „If, when I attain Buddhahood, women in the immeasurable and inconceivable Buddha lands of the ten directions who, having heard my Name, rejoice in faith, awaken aspiration for enlightenment, and wish to renounce womanhood should after death be reborn again as women, may I not attain perfect enlightenment.“ Wie wird das Gelöbnis interpritiert? Welche Rolle spielen Frauen in Shin Buddhismus im allgemeinen?

    >>>> Antwort

  5. Wenn ich das Tannisho richtig verstanden habe (und es ist durchaus möglich, dass ich es nicht richtig verstanden habe), können Menschen nie ihre eigene Verblendung und blinde Leidenschaften überwinden, so lange sie im menschlichen Körpern sind. Nirvana, Erleuchtung, das Reine Land, Buddha-Natur; wir sind alle unfähig, das alles in diesem Leben zu erfahren. Wenn wir Shinjin haben, dann können wir sicher sein, dass wir durch die Kraft des Amida ins Reine Land hingeboren werden, aber nicht jetzt oder morgen sondern nur nach dem Tod. So gibt es zwei Optionen: entweder streben wild und blöd nach Erleuchtung durch nichts bringende Meditation und darunter zu leiden, oder nicht streben nach Erleuchtung und trotzdem leiden, da wir nichts anderes können außer leiden und warten auf den Tod. Wenn Amida einem nur helfen kann, die Hingeburt ins Reine Land nach dem Tod und nicht im jetzigen Leben zu erlangen, dann was spricht gegen Selbstmord? Im Tannisho steht, dass Menschen es nicht wissen können, was der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Handeln ist. Es kann sein, dass Selbstmord entweder gutes oder schlechtes Karma erzeugt, aber das können wir nicht wissen und werden sowieso leiden, egal ob gutes oder schlechtes Karma zu erleben ist. Liegt die Hoffnung, befreit vom leidenden Lebenskreis zu werden, nur in dem Tod?

    >>>> Antwort

    P.S.: Ich bitte darum, es mir etwas einfacher zu machen, konkret Fragen zu beantworten, indem solche präziser gestellt werden. Korrekte Orthographie und Absätze helfen darüberhinaus auch anderen Lesern – vielen Dank 🙂

  6. Wenn Shinjin nicht wie Kensho oder Satori vom Roshi geprüft oder bestätigt wird, wie weißt ein Shin Buddhist, dass er Shinjin erfahren hat oder überhaupt erfahren wird? Wie erhält man Shinjin, wenn man Shinjin nicht gewinnen oder erreichen kann?

    >>>> Antwort

    P.S. Ich entschuldige mich für mein Deutsch. Was die korrekte Orthographie angeht, kann ich einfach nicht besser, denn ich bin kein Muttersprachler.


    Oh, verstehe, dann bitte ich meine Bemerkung als Kompliment aufzufassen, denn ich hielt es für Flüchtigkeit. Das Sie kein Muttersprachler sind, kam mir gar nicht in den Sinn 🙂 Darf ich fragen, woher Sie kommen und wie Sie gerade auf Shinran aufmerksam wurden?

  7. Ich komme aus den USA, aus New Mexico ursprünglich, aber seit zwei Jahren lebe ich in Deutschland mit meiner deutschen Frau und zwei Töchtern.
    Ich wurde zuerst auf Shinran aufmerksam, als ich vor einem Jahr andere buddhistische Optionen suchte, mit denen ich als Vater und Geringverdiener weiter machen könnte. Bisher habe ich Erfahrungen in Zen Sanghas gemacht, aber die nötige Zeit für lange Meditation-Retreats und das nötige Geld dafür haben es mir einfach zu schwierig gemacht, eine Zen-Praxis aufzuhalten.
    Die Webseite von Dr. Alfred Bloom war meine erste wertvolle Begegnung mit Shin Buddhismus. Das Internet ist bisher meine beste und einzige Quelle für Informationen über Jodo Shinshu, da ich in einem bayerischen Dorf ohne Spur von Buddhismus lebe, aber das ist oft verwirrend, da es anscheinend so viele verschiedene Interpretationen des Shin Buddhismus gibt (von fundamentalistisch zu mystisch). Deswegen freue ich mich, dass es diese deutsch-sprachige Webseite gibt. Ich danke Ihnen für die Mühe, die Sie sich geben, alle Fragen hier mit Ernst und Deutlichkeit zu beantworten.

  8. Ich verstehe. Nun, das auf dem Lande die Optionen überschaubar sind, was einen Austausch oder die Praxis angeht, kann ich mir vorstellen. Zumal natürlich Shin Buddhismus in Deutschland, wie in Europa generell, eine marginale Rolle spielt, da sieht die Situation in den USA besser aus 😉

    Alfred Bloom ist uneingeschränkt zu empfehlen und in der Tat gibt es sehr viele Personen und Gruppen, die Shinran eher noch im Sinne der Jodo Shu verstehen – soll heißen, ihn missvertehen. Aber die Radikalität von Shinrans Gedanken sagt nicht jedem zu und man findet auch und gerade im Buddhismus sehr viele Leute, die die Sutren so lesen und nehmen, wie man das von fundamentalistischen Christen und Moslems kennt bezogen auf ihre jeweiligen Heiligen Schriften. Besonders Konvertiten scheinen da empfänglich für zu sein.

    Mit einer der Gründe, warum ich mich dem Shin Buddhismus als solchem nicht mehr zugehörig fühle, noch dem Buddhismus, um das konkret zu benennen. Die kulturellen Schranken waren irgendwann für mich nicht mehr akzeptabel und ich habe im Stoizismus das gefunden, was ich im Dharma geschätzt habe, aber eben ohne die kulturellen Inkompatibilitäten.

    Ihre Fragen werden Ihnen bereits gezeigt haben, daß obwohl dieser Weg im Buddhismus als der ‚leichte‘ gilt, dies relativ zu verstehen ist. Es gibt keine besonderen Einstiegshürden oder Bedingungen, Einweihungen oder nötige Riten usw, aber das Konzept, das hinter Shinrans Lehre steht, ist besonders was die praktische Umsetzung angeht, oft verwirrend und schwierig. Da es keine Lehrer gibt, die in irgendeiner Form den eigenen Fortschritt bewerten (können), fühlt mancher sich da schnell alleine gelassen und unsicher. Auf der anderen Seite ist Shin Buddhismus in Japan etwa von diesen Unsicherheiten nicht wirklich tangiert, weil es dort eine traditionelle Volks- und Familienreligion ist, die vererbt wird. Wenn man dort also das Nembutsu sagt, sagt es sich in der Regel nicht ’selbst‘, wie man das von der Lehre her eigentlich wünschen würde, sondern man sagt es, weil alle es sagen und schon die Eltern und Großeltern es sagten…in meinen Augen ist der Shin Buddhismus aber als einfach tadierte Volksreligion nicht geeignet – aber das ist die Realität. Was man heute als Shin Buddhismus im Sinne einer strukturierten Religion findet, geht denn auch eher auf Rennyo zurück, als auf Shinran. Aber auch im Zen Buddhismus finden wir ja eine in Ost und West völlig unterschiedliche Rezeption. Was wir hier als den Inbegriff des Meditationsbuddhismus betrachten, ist in Japan ebenso eine Volksreligion und die Mehrheit der dieser Schule angehörenden Buddhisten meditiert ebensowenig wie etwa die Shin Buddhisten. Meditation war und ist in Asien eine Sache der ‚religiösen Fachleute‘ nicht der normalen Anhänger – insofern vermitteln wir hier im Westen einen eher untypischen Buddhismus.

    Aber ich freue mich, wenn ich beim Verständnis helfen konnte. 🙂

  9. Verstehe ich das richtig, dass Sie keine institutionelle Beziehung mehr zu Jodo Shinshu haben? Wenn ja, welche Rolle spielt das Sangha für Sie? Und könnten Sie erklären, was für kulturelle Inkompatibilitäten Sie für inakzeptabel halten?

  10. Ich habe nie eine ‚institutionelle Beziehung‘ innerhalb der Jodo Shinshu gehabt, ganz einfach weil ich diese Ebene oft wenig mit Shinran in Verbindung bringen konnte. Die Jodo Shinshu als institutionelle Religion ist, wie ich bereits anmerkte, eine Schöpfung Rennyos, nicht Shinrans. Zu Zeiten des grössten internationalen Dharma Forums E-Sangha, wo ich Moderator für die Shin-Sektion gewesen bin, sagte man mir einmal, ich sei wohl eher ‚Shinranshu‘ als Shinshu und das war durchaus etwas dran. 😉

    Das was ich in meiner über 10jährigen Beschäftigung mit dem Dharma für mich als wertvoll und richtig erkannt habe, bleibt – Buddhismus als Religion und damit der Sangha spielt für mein persönliches Leben keine definierende Rolle mehr. Da ich aber nicht nur für lange Jahre Praktizierender (oder besser Nicht-Praktizierender, wenn man beim Konzept Shinrans bleiben möchte) gewesen bin, sondern von Haus aus Religionswissenschaftler, bleibt auf dieser Eebene natürlich mein Interesse an der Lehre und Person Shinrans bestehen – was auch der Grund ist, das ich diesen Blog weiter betreue.

    Und inkompatibel ist generell die kulturelle Kompomente – jedenfalls für mich. Der Buddhismus bleibt in all seinen Schulen eine stark kulturell geprägte Religion, die ihre asiatischen Wurzeln, vor allem den sprachlichen Charakter der jeweiligen Traditionen, nicht verleugnen kann. Dies führt zur Notwendigkeit einer starken Abstraktion, einer Loslösung der Lehre aus ihrem jeweiligen kulturellen Gewand und damit zu einer Relativierung ihres Gesamtkontextes, die für die Praxis oft die Schwierigkeit von gewissen Brüchen mit sich bringt. So habe ich das zumindest für mich erfahren müssen.

  11. Guten Tag,

    da es in Deutschland nur wenige Zentren des Shin-Buddhismus gibt und ich fernab von diesen wohne (sicherlich auch etliche andere) dreht sich meine Frage darum wie und ob man den Weg Shinrans ohne die Sangha beschreiten kann?

    >>>> Antwort

  12. Hallo, ich soll für die Schule eine Aufgabe über den Shin-Buddhismus schreiben. Unter anderem soll ich darüber schreiben, wie der Shin-Buddhismus in der Öffentlichkeit repräsentiert ist. Darunter z.B. Wie ausgebreitet der Shin-Buddhismus in der Welt/Japan ist ? Gibt es irgendwelche Statistiken oder Fakten ? In wiefern äußern die sich zu politischen Themen und Konflikten? Betreiben sie z.B. Öffentlichkeitsarbeit, um neue Mitglieder zu werben ? Leider habe ich zu diesen Themen nichts an Informationen im Internet oder Bücher finden können. Ich hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können. LG.

    >>>>> Antwort via Email!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: