Karma

Die Vorstellung des Karma im Buddhismus beschreibt eine Ursache-Wirkung Beziehung, nach der sich Taten und Absichten entsprechend ihrer neutralen, positiven oder negativen Intentionen für den Handelnden in diesem oder auch in folgenden Leben auswirken. Karma ist nicht, wie es oft missverstanden wird, eine Form von Schicksal, sondern ein im kosmischen Geschehen gesetzmäßig ablaufender Mechanismus, der auf der Idee basiert, daß alles mit allem verbunden ist und nichts geschehen kann, ohne das es anderes beinflusst. Bei Shinran wird Karma allgemein negativ betrachtet und oft als ‚karmisches Übel‘ bezeichnet. Dies liegt an der Tatsache, daß auch positives Karma, welches also nicht primär auf egozentrischen und/oder negativen Absichten und Handlungen basiert, den Handelnden mit dem samsarischen Kreislauf verbindet. Im Buddhismus führen etwa positive Handlungen/Absichten zu einer guten Wiedergeburt, negative entsprechend zu einer Wiedergeburt in einem niederen Seinszustand. (mehr …)

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Published in: on 26. März 2010 at 13:41  Schreibe einen Kommentar  

Mappo

Im Mahayana Buddhismus hat sich die Vorstellung herausgebildet, daß der Dharma – wie alles andere in dieser Welt – natürlich ebenfalls dem Wandel und letztlich dem Verfall unterliegt. Anders gesagt, die Tatsache, daß im Buddha Dharma die ‚Wahrheit‘ enthalten ist, kann nicht verhindern, daß die Verkündigung dieser Wahrheit, die sich ja der Worte und der Menschen bedienen muss, um wirksam zu werden, eben gerade wegen dieser Vermittlung dem Wandel unterwirft. In diesem Sinne geht man davon aus, daß von der ersten Drehung des Dharmarades an, also ab der Zeit, in der der historische Buddha seine Lehre verkündete, ein steter Verfall seiner in dieser Welt manifestierten Lehre eintrat, was die Möglichkeit verringert, durch diese Befreiung zu erlangen. Traditionell geht man von einem dreigestaffelten Modell aus:

1. Die Zeit des Wahren Dharma (die Lehre erläutert die Praxis, die zur Erleuchtung führt und die Menschen setzen sie um)

2. Die Zeit des äußerlichen Dharma (die Praxis wird nur noch äußerlich als Routine betrieben, führt deswegen nicht mehr zur Erleuchtung)

3. Die Zeit des Niedergehenden Dharma (selbst die Praxis wird nicht mehr befolgt, Erleuchtung ist nicht mehr möglich)

Je nach Tradition dauern diese Perioden unterschiedlich lange (die ersten beiden zwischen 500 und 1000 Jahre, die letztere 10,000 Jahre), allen Vorstellungen gemeinsam ist die Ansicht, daß wir heute in der letzten Phase des Dharma leben und wenn diese zu Ende geht, selbst die Lehre des Buddha verschwindet, wie alles andere in der Welt des Samsara. (mehr …)

Published in: on 26. März 2010 at 13:01  Schreibe einen Kommentar  
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Silas

Im Buddhismus die 5 grundlegenden ethischen Vorgaben für Laien, auch (skt.) pañcaśīla genannt (die fünf Silas).

Es handelt sich dabei um Tugendregeln, die im Buddhismus nicht den Stellenwert eines ‚Du sollst nicht‘ haben, das von einer göttlichen Autorität dem Menschen auferlegt wurde,  sondern als mögliches Ideal angesehen werden, um einen für die Kultivierung des Dharma förderlichen Lebenswandel zu gewährleisten. Oft werden die Silas in Form von Gelübden rituell angenommen, was in manchen Traditionen zur ersten Zufluchtnahme zu den Drei Juwelen dazu gehört und damit den Übertritt zum Buddhismus markiert. (mehr …)

Published in: on 8. März 2010 at 20:10  Schreibe einen Kommentar  

Erfasst sein, niemals wieder losgelassen (sesshu-fusha)

Das jap. Wort sesshu-fusha bedeutet in etwa  ‚erfasst sein (von) und niemals wieder losgelassen (werden)‘ und bezieht sich bei Shinran auf die Überzeugung, daß jemand, wenn er Shinjin erlangt hat, von absolutem Mitgefühl, wie es Amida verkörpert, erfasst worden ist und damit niemals mehr aus dieser Wirklichkeit des totalen Angenommenseins herausfallen kann.

Shinran spricht hier auch von ‚der Stufe des nicht mehr Zurückfallen-Könnens‘, was einer der vier Stufen der Heiligkeit  (Stromeintritt, Unumkehrer, Einmal-Wiederkehrer, Arhat) im Theravada -, sowie auch einer der wesentlichen Stufen des Bodhisattva-Pfades im Mahayana entspricht.

Published in: on 12. März 2009 at 13:41  Schreibe einen Kommentar  

Akunin Shoki

jap.: akunin, ’schlechte oder böse Person‘ und jap.: shoki, ‚wahres Objekt‘

Die Lehre, das jene Menschen das eigentliche Erlösungsobjekt Amidas sind, die dem Bösen verhaftet sind.

„Sogar der Gute wird erlöst, um wie viel mehr der Böse“ (Shinran)

Published in: on 11. März 2009 at 15:18  Schreibe einen Kommentar  
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Shinjin

Shinjin beschreibt nach Shinran das zentrale spirituelle Ereignis im Leben, welches ein Akt des totalen Vertrauens in das Gelübde Amida Buddhas ist. Es ist dabei jedoch kein Akt einer Entscheidung des Menschen, der zu diesem Ereignis führen würde, sondern eine spontane Realisierung von Vertrauen, die der Mensch ohne eigene Berechnung quasi als geschenkt erfährt. Dieses geradezu mystische Ereignis gilt im Shin Buddhismus als der Schlüssel zur Seinsfrage, da in diesem Moment die Andere Kraft (jap.: tariki) gänzlich die der menschlichen Natur eigene egoistische Berechnung (jap.: hakarai) durchbricht und dem Menschen eine Sicherheit zugänglich macht, die er selber durch eigene Kraft (jap.: jiriki) nicht erreichen kann. (mehr …)

Published in: on 11. März 2009 at 14:09  Schreibe einen Kommentar  
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Geburt (ojo)

Im traditionellen Reine Land Buddhismus bezieht sich dieser Begriff auf das Eingehen ins Reine Land des Buddha Amida beim körperlichen Tod.

Shinran benutzt es als symbolischen Ausdruck für die Überschreitung der dem Menschen eigenen Selbsttäuschung im Erreichen der Erleuchtung und setzte Geburt im Reinen Land mit Erleuchtung und Nirvana gleich. Neben der wichtigen Tatsache, daß im Shin Buddhismus das Reine Land nicht mehr bloßer Durchgangsort zur Erleuchtung ist, oder gar ein Ort überhaupt, sondern diese selber beschreibt, ist besonders zu betonen, wie Shinran den Fokus nicht mehr auf eine jenseitige Orientierung legt. Für ihn erfolgt die Realisierung der Geburt im Reinen Land völlig im Hier und Jetzt, was das Leben zur Ebene der buddhistischen Verwirklichung erklärt, nicht mehr den Tod.

Published in: on 11. März 2009 at 13:36  Schreibe einen Kommentar  
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Amida Buddha

Amida ist der Buddha des Ewigen Lebens und Unendlichen Lichtes, der über das ‚Reine Land im Westen‘ herrscht. Er gehört zu den transzendenten Buddhas der Mahayana Kosmologie und gilt im Reine Land Buddhismus (manchmal auch Amidismus genannt) als Hauptverehrungs- und Bezugspunkt, weil er in seinen 48 Gelübden geschworen hat, alle Wesen zu erretten und in sein geschaffenes Buddhaland zu holen, wo sie ohne Schwierigkeiten die Erleuchtung erlangen können.

Im Shin Buddhismus entwickelte sich die Vorstellung von Amida als Manifestation der ultimativen Wirklichkeit an sich, die sich in ihrer Wesensart als absolutes Mitgefühl äußert. Shinran verstand Amida Buddha nicht mehr als einen Buddha unter vielen, sondern als die eigentliche Essenz der Wirklichkeit, die sich darüberhinaus als Buddha-Natur in allen Wesen widerspiegelt.

Diese Wirklichkeit (skrt.: Dharmakaya, oder jap.: hosshin) ist an sich ohne Form und Grenzen und in ihrem dynamischen Wirken ständig auf die Befreiung der Wesen hin ausgerichtet. In der metaphysischen Lehre des Shin Buddhismus ist Amida der hoben hosshin, d.h. eine Verkörperung  der ultimativen Seinsebene, manifestiert als Form, aus Mitgefühl, um die Wesen zur Einsicht in die Wirklichkeit zu führen. (mehr …)

Published in: on 11. März 2009 at 13:05  Schreibe einen Kommentar  
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Amida, kommend in der Stunde des Todes (rinju raiko)

Im traditionellen Reine Land Buddhismus geht es vor allem darum, sich in einer permanenten Vergegenwärtigung Amidas seiner Erlösungskraft zu versichern. Übungen, wie die Rezitation des Nembutsu viele tausend mal am Tag, oder auch Visualisierungen des Reinen Landes, oder Amida Buddhas, sollen diese Präsenz Amidas und damit die Wirklichkeit seiner erlösenden Kraft für den Praktizierenden erlebbar machen.

In der Jodo Shu entwickelten sich im Zuge dieser Ideen besonders ausgefeilte Sterbebett-Riten (rinju-gyogi), die unter anderem vorsahen, das der Sterbende eine Kordel in seinen Händen hielt, die mit einer bildhaften Darstellung Amidas und der ihn begleitenden Bodhisattvas verbunden war. Der Hintergrund war die Betonung der traditionellen Reine Land Lehre, die den Moment des Todes als entscheidend ansah, ob ein Mensch letztlich die Erlösung durch Amida erfuhr, oder nicht. All die Übungen im Leben des Praktizierenden waren im Grunde auf diesen letzten Moment hin ausgerichtet und sollten sicherstellen, das er in diesem entscheidenden Augenblick diesen Fokus nicht aus den Augen verlor und Amida Buddha ihm tatsächlich gemäß seinen Gelübden im Sterben erscheint und ins Reine Land geleitet . (mehr …)

Published in: on 10. März 2009 at 15:57  Schreibe einen Kommentar  
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Angepasste Lehren (gon-kyo)

Lehren, die in ihren Formulierungen dem Verständnis und den Bedürfnissen des Einzelnen entgegenkommen, im Gegensatz zu den ‚wirklichen‘ Lehren, die ein Ausdruck der Wahrheit an sich sind.

Shinran beschreibt in einem seiner Briefe auch die vorübergehenden Manifestationen verschiedener Buddhas und Bodhisattvas, die bereits die Buddhaschaft erlangt haben und in ihren angenommenen Formen Anstöße zur Erkenntnis vermitteln mit diesem Begriff.

Published in: on 10. März 2009 at 14:09  Schreibe einen Kommentar  
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Obutsudan

Bezeichnung für einen Schrein in einem buddhistischen Tempel, oder auch für einen Hausaltar. Das ‚O‘ vor dem eigentlichen Begriff Butsudan ist im Japanischen eine Respektssilbe, deswegen findet man beide Begriffe für einen solchen Altar.

traditioneller Shin-Altar

traditioneller Shin-Altar

Erklärung der Elemente eines traditionellen Obutsudan (Englisch)

Published in: on 9. März 2009 at 15:52  Schreibe einen Kommentar  

Die Drei Juwelen

Bezeichnung für die drei wesentlichen Stützen eines buddhistischen Lebens.  Buddha – Dharma – Sangha.

Die Zufluchtnahme beschreibt an sich eben genau das, man nimmt seine Zuflucht, man sucht Schutz und Stütze bei jemand oder etwas. Für Buddhisten sind dies:

– der Buddha, als unübertroffener Lehrer

– der Dharma, die Lehre des Buddha

– die Sangha, die Gemeinschaft all derer, die sich zu den ersten beiden Juwelen bekennen.

Published in: on 9. März 2009 at 15:19  Schreibe einen Kommentar  
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