Menschen können sich von anderen Nahrungsquellen ernähren, sie müssen kein Lebewesen, um ihren Hunger zu stillen, töten!

Doch, sie müssen Lebewesen töten, um existieren zu können, zumindest solange man sich innerhalb der normalen Umstände befindet. Es ist ein oft verdrängter Punkt bei Vegetariern, daß auch sie lebende Wesen töten, Pflanzen leben nämlich, es sind keine unbelebten Dinge, die der Vegetarier verspeist. Das Töten-Müssen gehört zum Leben wie das Sterben-Müssen und das ist der Grund, warum Leben, so wie wir es kennen und wie es wohl nicht anders möglich ist, immer Dukkha sein wird. Eben das ist der zwingende Grund, warum eigentlich jedermann der Ersten Edlen Wahrheit des Buddha zustimmen muß. Nicht die Tatsache, daß es neben glücklichen Momenten, die vorbei gehen, jede Menge trauriger und schmerzlicher Momente gibt, macht dieses Dukkha aus, sondern das alle Lebewesen gezwungen sind, sich in diesen Kreislauf von Leben-Nehmen-Um-Leben-Zu-Können einzufügen. Die Alternative wäre ein Leben nur mit künstlichen Nahrungsmitteln und Pillen, was aber a) nicht wirklich möglich sein wird, b) niemals für die Mehrheit überhaupt eine Option darstellen dürfte und – am wichtigsten – c) selbst solche Nahrungsmittel immer in ihrem Produktionsprozess auf pflanzlichen und/oder tierischen Bestandteilen basieren.

Und es ist ja nicht so, daß es nur in eine Richtung geht, also daß Tiere halt auch Tiere töten, um zu leben, sondern es gibt eben auch Pflanzen, die durch das Töten von Tieren leben. Weiterhin gibt es durchaus Beispiele, daß Tiere reflektieren können, was sie tun müssen und was nicht. Ich erinnere mich z.B. noch an die News, die rund ging, als ein Orca Wal einen Seehund rettete und an Land brachte – ein Tier wohlgemerkt, welches definitiv auf seinem Speiseplan steht, also in sein Beuteschema fällt. Es ist, fürchte ich, alles nicht so einfach und einseitig, wie wir Menschen das oft gerne darstellen.

Folgetext in derselben Diskussion:

Wenn du gerne Fleisch essen magst, dann lass dir den Appetit nicht verderben. Du kannst aber nicht bestreiten, dass es um den Genuss geht, ein Stück Fleisch auf einem Teller, womöglich noch mit Kartoffeln und Soße zu verspeisen. Guten Appetit! Diejenigen, die Fleisch so konsumieren, konsumieren aus Genuss. Daher gibt es hinsichtlich dieser Tatsache keinen Grund, Fleisch zu essen.

Du versuchst, eine biologische Programmierung, um das mal so zu nennen, welche im Kreislauf der Natur, in der wir nun mal leben, die Grundlage der Evolution des Lebens ist, herunterzuspielen auf eine belanglose Emotion, oder was auch immer, die der – auf dem Weg zur Erleuchtung befindliche – Verstand durchschaut und einfach abstellt.

Genuss klingt bei Dir wie bei einem christlichen Asketen, der dies mit Verderbtheit und Sünde gleichstellt. Aber – ebenso wie der Buddha das nicht gelehrt hat – kennt auch die Natur so ein Denken nicht. ‚Genuss‘ ist ein uns angeborenes Motivationstool, wenn Du willst, egal, ob sich das nun auf die Nahrungsaufnahme, oder Sexualität bezieht. Sex ist ebenso mit ‚Genuss‘ verbunden (bei normal tickenden Menschen), wie ein gutes Essen, aber die Natur hat da nicht den ‚Genuss‘ zum Selbstzweck ‚erfunden‘, sondern als Anregung gewisse Dinge zu tun, die für den Weiterbestand der jeweiligen Spezie unerläßlich ist. Selbstverständlich essen Menschen Fleisch aus Genuss, und diese Fleischlust ist ihnen schlichtweg einprogrammiert. Ich kenne z.B. keine vegetarische Kultur, nirgendwo, also eine menschliche Kultur, die – egal aus welchen Gründen – vollkommen auf Fleisch, oder gar vegan, gänzlich auf tierische Produkte verzichtet hätte. Insofern macht die ganze Diskussion keinen Sinn, wenn Du schlicht nicht diese natürliche biologische Programmierung des Menschen als Omnivor mit bevorzugter Nahrung Fleisch und kulturell als Spezies geprägt, die immer durch die ‚Nutzung‘ von Tieren (auch und gerade über die Nahrung hinaus), überhaupt in dieser Welt leben konnte, akzeptieren kannst.

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Published in: on 10. März 2010 at 17:49  Schreibe einen Kommentar  
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