Der Buddha hat kein Fleisch konsumiert. Wie viele andere zu jener Zeit, hielt er es prinzipiell für nicht vertretbar!

Die Paliquellen sprechen davon, daß das letzte Mahl des Buddha sukaramaddava war, das man entweder mit Eberweich, also Schweinefleisch, oder mit einer bestimmten Pilzart übersetzen kann. Korrekt kann man hier nur sagen, wir wissen es nicht, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß es Fleisch war, eher sogar wahrscheinlich. Die Aussage, der Buddha habe kein Fleisch konsumiert, ist also so nicht haltbar.

Das er es nicht für ‚vertretbar‘ gehalten hat, ist ebenfalls Unsinn, denn dann hätte er ein generelles Verbot ausgesprochen, was er nicht hat. Die einzigen Stellen, die dem Buddha ein solches Verbot in den Mund legen, sind einige Mahayana Sutren, wie etwa das Lankavatara Sutra. Hier aber von direkten Aussagen des historischen Buddha sprechen zu wollen, ignoriert die textgeschichtliche Entwicklung dieser Sutren. Weiterhin schwankt die Bedeutung der einzelnen Mahayana Sutras je nach buddhistischer Schule ganz gewaltig, von einem allgemein anerkannten und allgemein verbindlichem mahayanistischen Kanon kann ja wohl kaum die Rede sein.

Folgetext in der gleichen Diskussion:

Es scheint, meiner Meinung nach, daß hinsichtlich des Fleischkonsums, unter den Mönchen (sofern man es unter bestimmten Umständen als legitim erachtet) noch nicht ein gewisser Bewusstseinsgrad erreicht ist, und die Mönche (Menschen) immer wieder eine Ausrede konstruieren, warum und weshalb sie des Fleischkonsums bedürfen

Das halte ich für eine typische Anmaßung, die ich für mich möglichst vermeiden möchte. Ich maße mir nicht an, über den erreichten Bewußtseinsgrad der Mönche, Nonnen oder sonst wem zu urteilen, schon gar nicht, wenn der Buddha explizit solche vegetarischen Vorschriften vermieden hat und nun diese, von Dir als in ihrer Bewußtwerdung leicht beschränkt betrachteten, Mönche etc. sich an seine Weisungen halten. Zumindest laut den Paliquellen, manche Mahayana Sutren sagen da was anderes, aber – und auch das hatten wir schon – ich sehe darin einen Unterschied bezüglich der Historizität der verschiedenen Quellen. Und das, obwohl ich als Shin Mahayana Buddhist bin. Es ist und bleibt ein Fakt, daß der Buddha nicht als Urvater des Vegetarismus instrumentalisiert werden kann, auch wenn das Vegetarier/Veganer gerne tun möchten.

Das Töten, Sterben und die Abhängigkeit des Lebens von beidem macht eben die erste Edle Wahrheit so augenfällig, wir werden das nicht ändern können. Auch der Veganer vernichtet Leben und es ist ’nur‘ eine relative Gewichtung von Leben, die hier gerne zu einem vermeintlich höheren moralisch/ethischen Anspruch stilisiert wird. Aber letztendlich wird das alles keinen Vegetarier/Veganer überzeugen und somit wiederholen wir hier nur, was in tausenden Threads in den diversen Foren und anderswo immer wieder debattiert wird.

 

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Published in: on 10. März 2010 at 17:46  Schreibe einen Kommentar  

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